Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft Christian Köhler(SZ) 16.01.2018-12:19   TOP 
Geschwister-Scholl-Oberschule feiert 60 Jahre Schulneubau. Großer Andrang zum Tag der offenen Tür.
Von Christian Köhler


Das Chemie-Kabinett ist beim Tag der offenen Tür immer besonders anziehend für Besucher. © Joachim Rehle


Am Montagnachmittag ist die Geschwister-Scholl-Oberschule in Krauschwitz voller Menschen. Das kommt nicht von ungefähr: 60 Jahre ist es her, dass die Schule nun in ihrer jetzigen Form besteht. Da wundert es nicht, dass viele Gäste – gerade im Schulflur – ihren Kopf nach oben richten, denn dort hängen Fotos von fast allen Schülerjahrgängen, die einst ihren Abschluss in Krauschwitz gemacht haben.

„Am Anfang standen die Anstrengungsbereitschaft, der Enthusiasmus und die Willensstärke von namentlich drei Personen“, berichtet Schulleiter Michael Christoph während der Feierstunde zu 60 Jahre Schulbau, „vom damaligen Bürgermeister Herr Schutza, dem ehemaligen Schulleiter Herr Göllrich sowie dem Elternvertreter und Gemeinderat Herrn Kreisel.“ Alle drei haben sich für den Bau der Schule 1957 starkgemacht. Hinzu kam die freiwillige Unterstützung durch die Krauschwitzer. 1958 konnte das Gebäude schlussendlich eingeweiht werden. „Ich freue mich besonders, dass heute Robby Göllrich, Marianne König und Hanna Luise Lippold anwesend sind, um zu erfahren, wie wichtig die Leistungen ihrer Väter für diesen Bau in Krauschwitz waren“, sagt Michael Christoph.

Erinnerung an die Anfangsjahre
Brigitte Haraszin kam 1958 auf die Schule und sieht sich am Montag in ihren ehemaligen Klassenräumen um. „Es hat sich sehr viel verändert, die Schule ist richtig schön geworden“, sagt sie dem TAGEBLATT. Damals hatte die Schule noch keine Turnhalle, sondern die Schüler mussten in einer alten Baracke den Unterricht absolvieren. „Da sind wir auf dem Schwebebalken im Handstand manchmal mit den Füßen an die Decke gestoßen“, erzählt Brigitte Haraszin. Erst im Februar 1964 erhielt die Geschwister-Scholl-Schule eine Turnhalle. Später, so berichtet Schulleiter Michael Christoph, „kam noch eine Hortbaracke mit vier Klassenräumen dazu“.

Nach 25 Jahren wurde die Schule erstmals renoviert. Allerdings blieb die Bausubstanz unverändert. 1992 wird Krauschwitz dennoch neben Weißwasser, Bad Muskau und Schleife Mittelschulstandort für insgesamt 400 Schüler. Erst 2004 beginnen dann erste Sanierungsarbeiten, die 2006 abgeschlossen werden. „An der Stelle der ehemaligen Aula entstanden drei moderne Fachunterrichtsräume, ein Lehrerzimmer und zwei Gruppenräume samt Keller“, erinnert sich Michael Christoph. Noch heute wartet die Schule allerdings auf die Fortsetzung der Sanierung. Nur über Spenden und Fördermittel des Landkreises war es 2010 möglich, die Toilettenlage zu erneuern. „Im März 2013 weihten wir die neue Turnhalle ein, denn die alte hatte ihren Dienst wahrlich getan“, fügt der Schulleiter an. Besonders freut ihn noch heute, dass dabei auch ein kleiner Sportplatz mitgebaut werden konnte.

Es bleibt ein steiniger Weg
Michael Christoph wünscht sich, dass in den kommenden Jahren weiter in die Schule investiert wird, denn „die Unterrichtsbedingungen für die Fächer Kunst und Musik müssen unbedingt verbessert werden. Es fehlen Vorbereitungs- und Unterrichtsmittel, und es gibt brandschutzrelevante Mängel, die abgestellt werden müssen“. Bürgermeister Rüdiger Mönch (Freie Wähler) betont, dass sich die Gemeinde um Fördermittel für die Schule bemüht. Er selbst war in diesem Zusammenhang beim sächsischen Innenministerium, wie er während der Feierstunde berichtete. „Wir haben uns dort nach Fördermöglichkeiten für eine Schulsanierung erkundigt“, erklärt er. Die Gemeinde schätzt die Kosten für eine Sanierung samt Planung auf etwa 4,2 Millionen Euro. „Die Gemeinde kann dies jedoch nicht alleine stemmen“, schätzt der Bürgermeister ein; „alles wird davon abhängen, wie die finanzielle Ausstattung der Gemeinde bei einer möglichen Fusion mit Bad Muskau ist.“ Eine andere Chance, so Rüdiger Mönch weiter, außer über die Fusion die Schule zu sanieren, sehe er nicht. Auch in der sozialen Marktwirtschaft, fügt Michael Christoph an, „mit ihren Sparzwängen im öffentlichen Bereich, ist der Weg nicht einfacher als vor 60 Jahren – ein steiniger Weg“.

Weichen für neues Schuljahr gestellt
Am späten Nachmittag haben sich nicht nur ehemalige Schüler in Krauschwitz umgesehen, sondern auch künftige. Die Viertklässler – insbesondere aus Bad Muskau und Sagar – waren zu Gast. „Unsere Schüler der fünften Klasse zeigen den «Neuen», was es an der Oberschule für neue Fächer gibt“, erzählt Schulleiter Michael Christoph. Selbst an die beiden Schulen wollen die Mädchen und Jungen fahren.

Für Eltern ist die Woche vom 1. bis zum 7. März besonders wichtig: „In dieser Zeit müssen die Eltern ihre Kinder bei uns anmelden“, erläutert Christoph. Dazu braucht es eine Bildungsempfehlung, die die Grundschule ausstellt. Bis zum 24. Mai erteilt dann die Oberschule den Bescheid, ob das Kind an der Schule angenommen ist. Eltern, deren Kinder eine Lernschwäche wie etwa Probleme mit dem Lesen und Schreiben (LRS) haben, sollten dies ebenfalls der Krauschwitzer Schule mitteilen. „Dazu muss eine Diagnose des betroffenen Schülers vorliegen“, sagt der Krauschwitzer Schulleiter. In diesem Schuljahr gibt es in Krauschwitz 32 LRS-Schüler, die eine besondere Förderung im Lesen und Schreiben erhalten.

Bislang gibt es an der Krauschwitzer Oberschule noch keinen Sozialpädagogen. „Allerdings hat der Freistaat uns Mittel für das kommende Schuljahr zugesichert“, sagt Michael Christoph. Bislang hätte die Gemeinde für einen solchen Pädagogen aufkommen müssen. Dass in der heutigen Zeit ein Sozialpädagoge zur Unterstützung der Lehrkräfte an den Schulen sein muss, liegt für Michael Christoph an der Individualität der heutigen Schüler. „Es gibt Schüler, die einer integrativen Förderung bedürfen“, sagt er. Und das könnten Lehrer nur eingeschränkt leisten.


 Weihnachtsmarktbuden auf dem Schulhof Christian Köhler(SZ) 30.11.2017-15:19   TOP 
Bei einem Adventsmarkt haben die Krauschwitzer Oberschüler am Dienstag ihre Gäste bewirtet. 2018 feiert die Oberschule zudem ihren 60. Geburtstag.

Höhepunkt beim 4. Adventsmarkt an der Krauschwitzer Geschwister Scholl Oberschule war die Aufführung der 5. Klasse „Als der Weihnachtsmann sein Gedächtnis verlor“ © Joachim Rehle


Schon im Eingangsbereich der Krauschwitzer Oberschule duftet es am Dienstagnachmittag nach Frischgebackenem. Die etwa 220 Schüler sind eifrig bei der Sache, ihre Gäste beim 4. Adventsmarkt der Schule in weihnachtliche Stimmung zu versetzen. Julia, Mia und Anastasia von der 7b zum Beispiel haben schon am Montag damit angefangen, Adventsgestecke zu basteln, die heute unter das Volk gebracht werden sollen. „Wir haben auch noch Traumfänger und Pinsel im Angebot“, erklärt Julia. Ein Klassenzimmer weiter sitzen Amy und Anna von der 8. Klasse. Den ganzen Nachmittag haben sie Bascetta-Sterne gebastelt. „Wir haben uns einen Tag in den Ferien getroffen und abgesprochen, was wir machen“, erzählt Amy. Auf der anderen Seite des Schulgebäudes „bewachen“ Lea und Helena von der 7a den Kuchenbasar. „Wir haben schon beim Sommerfest Kuchen angeboten“, beschreibt Helena, „und es kommt immer gut an.“ Mit den Eltern haben sie mehrere Kuchen vorbereitet, die bereitwillig von den Gästen probiert und gekauft werden.

„Wir haben bereits am Schuljahresanfang damit begonnen, den Adventsmarkt vorzubereiten“, erklärt Schulleiter Michael Christoph. Jede Klasse habe sich bei dem Markt eingebracht: So hatten die Schüler der einzelnen Klassenstufen etwas Weihnachtliches zu basteln – was dann in den Marktbuden auf dem Schulhof verkauft werden konnte – und etwas zur Versorgung der Gäste beizutragen. Und das Angebot an Naschereien und Herzhaftem ist groß: Waffeln, Kuchen, Zuckerwatte oder Langos bieten die Schüler feil.

„Die Einnahmen gehen zu zwei Drittel in die Klassenkasse und zu einem Drittel in die Vorbereitung für die nächsten Feste“, erläutert der Schulleiter. Die nächsten Feierlichkeiten stehen schon im Januar ins Haus: „Unsere Schule wird 60 Jahre alt“, berichtet Michael Christoph mit Blick in die Zukunft, „und wir verbinden die Festlichkeiten mit einem Tag der offenen Tür am 15. Januar des kommenden Jahres.“

Doch zurück zum Weihnachtsmarkt. Im Schulhof sind die selbst gebauten Holzbuden hübsch dekoriert. Hunderte Gäste, Eltern, Omas und Opas drängen sich vom Stand zu Stand. „Ich finde den Adventsmarkt sehr schön“, sagt Renate Popp. Auch Renate Hemmo, die vor vielen Jahren selbst Schülerin in Krauschwitz gewesen ist, schaut, was ihre Enkel auf die Beine gestellt haben. „Ich habe mir nicht nur etwas zu Essen gekauft, sondern auch ein kleines Geschenk ergattert“, erzählt Renate Hemmo. Die Schüler wiederum freut die positive Rückmeldung – auch deshalb, weil die Einnahmen schließlich die Klassenkasse aufbessern und so die nächste Klassenfahrt schon fast in Sack und Tüten ist.

„Wir als Schule bekommen die Rückmeldung, dass der Adventsmarkt schon eine feste Größe in der Gemeinde ist“, sagt der Schulleiter stolz. Und dass sich auch die Schüler einbringen, die als Flüchtlinge vor Monaten nach Krauschwitz gekommen sind, rundet alles ab. „Ich hoffe, dass die beiden Schüler, die derzeit noch im Asylbewerberheim in Weißkeißel untergebracht sind, an unserer Schule bleiben können“, so der Schulleiter. Denn das Heim soll Ende Januar geschlossen werden.


 Jeder Fünfte hat eine Lernschwäche Christian Köhler (LR) 13.01.2015-13:19   TOP 
Tag der offenen Tür der Oberschule Krauschwitz / Informationen zu Fördermöglichkeiten

Zum Tag der offenen Tür an der Geschwister-Scholl-Oberschule in Krauschwitz haben sich Eltern und Kinder ihre zukünftige Schule angesehen. Dabei haben Lehrer einen Einblick in Förderschwerpunkte und Ganztagsangebote gegeben.




Natalie aus der Zehnten zeigt Jason Prietz unter Anleitung von Lehrerin Steffi Hahn ein Experiment im Chemiekabinett der Schule.
Foto: Köhler


Die Türen der Geschwister-Scholl-Oberschule stehen weit offen. Eltern und (Noch-)Grundschüler nutzen die Möglichkeit gern, um sich in der Schule und den Fachkabinetten umzusehen. Der zehnjährige Jason Prietz aus Weißwasser sieht sich zusammen mit Mutti und Bruder Juan die Schule an. "Mein Bruder geht schon seit drei Jahren auf die Schule", sagt er. Nun möchte auch er auf die Krauschwitzer Schule. "Wir haben hier gute Erfahrungen gemacht", bestätigt Mutter Dana Prietz. Der Zehnjährige macht am liebsten Sport. "Dafür haben wir viele Ganztagsangebote und AG's" erklärt der stellvertretende Schulleiter Frank Seidel.

Unterdessen sitzen in der zweiten Etage Kerstin Gieseking und Karin Tillack, die sich um den Förderunterricht der Schule kümmern. "Wir beobachten in den letzten Jahren eine Zunahme von Lese- und Rechtschreibschwächen (LRS)", sagt Kerstin Gieseking. Im Schnitt würden fünf Schüler in jeder Klasse sitzen, die eine solche Teilleistungsschwäche aufweisen. In den ersten Wochen des neuen Schuljahrs müssen deshalb alle neuen Schüler ein Übungsdiktat schreiben. "Anhand der dabei durchgeführten Fehleranalyse können wir einen Verdacht auf Legasthenie feststellen", so Gieseking. Anschließend biete die Lehrerin den Eltern an, das Kind durch das Schulamt in Bautzen auf LRS diagnostizieren zu lassen. "Dies ist besonders für den weiteren Schul- und Ausbildungsweg wichtig", erklärt sie. Legasthenie sei keine Krankheit, sondern angeboren und bleibe ein Leben lang. Daher würde der Schüler einerseits in anderen Fächern das oft schlechtere Schriftbild nicht bewertet bekommen, andererseits könnten die Fördermöglichkeiten an der Schule genutzt werden. "Für LRS haben wir parallelen und getrennten Förderunterricht und Materialen für die Klassen fünf bis neun", beschreibt Kerstin Gieseking.

Im Bereich der besonderen Rechenschwäche ist Karin Tillack verantwortlich. "Oftmals zeigt sich eine Rechenschwäche schon im Grundschulalter", so Tillack. Ohne die Mitarbeit der Eltern gehe es aber auch hier nicht. "Gerade in Mathe sollten die Kinder durch eine spezielle Methodik unterrichtet werden", erklärt sie. Stundenlanges Üben mit den Eltern bringe dabei wenig, sondern fördere oftmals nur die Unlust des Kindes.

In Krauschwitz wird für beide Schwächen jeweils eine Förderstunde pro Woche angeboten.


 Krauschwitzer nehmen Sportanlagen in Besitz Lausitzer Rundschau (Gabi Nitsche) 19.06.2014-09:05   TOP 
Investitionskosten: 230 000 Euro / Nun fehlt bei der Modernisierung der Oberschule nur noch ein Puzzle-Stück

Nach der knapp 1,5 Millionen teuren Sporthalle 2013 sind nun auch die Außensportanlagen fertiggestellt. Am gestrigen Mittwoch weihten ihn die Krauschwitzer Oberschüler mit Bürgermeister und Gemeinderäten zünftig ein.


Weitere Fotos in der Bildergalerie! HP-Team


"Tooor!" erschallt der Jubel vom Soccer-Platz, wo Fünftklässler gerade ein kleines Turnier austragen. Ja, das Fußball-WM-Fieber grassiert auch an der Oberschule Krauschwitz. Die laut Volksmund schönste Nebensache der Welt bildete eine Station innerhalb der Aktion "Kinder stark machen mit dem DFB-Fußballabzeichen".

Besser als mit Sport lässt sich wohl eine neue Anlage wie diese nicht einweihen. Und so testeten die Mädchen und Jungen aus der Klasse 5a die neue 200-Meter-Tartanbahn bei einem Staffellauf auf Herz und Nieren. "Das läuft sich super, so weich und schön", schätzt Ben ein. Er hat als Schlussläufer dem Team "Blau" zum Sieg verholfen. "Vor allem am Start merkt man den Unterschied. Und wenn man hinkracht, tut das nicht so weh wie auf einer Bitumbahn", ist der Fünftklässler überzeugt. Sportlehrerin Sabine Liebsch gibt den Kindern recht. "Die Bahn ist super. Es läuft sich viel besser."

Insgesamt umfassen die Außensportanlagen eine Fläche von knapp 3000 Quadratmetern. Neben der 200-Meter-Bahn gehören ein Handball- und Volleyballfeld genauso dazu wie die eingezeichnete 100-Meter-Bahn sowie eine Kugelstoß- und eine Weitsprunggrube.

Mittendrin liegt der Mini-Soccer-Platz. Den bekam die Oberschule vor sechs Jahren. Krauschwitz schätzte sich damals glücklich, dass einer von 1000 Bolzplätzen bundesweit hier gebaut wurde. Die Aktion startete der Deutsche Fußballbund nach der WM 2006 und übernahm von den 35 000 Euro Kosten 23 000 Euro. Gemeinde und Sponsoren brachten die Differenz auf.

Bürgermeister Rüdiger Mönch (Freie Wähler) erinnerte bei der gestrigen Einweihung, dass Kommune und Schulleitung seit Jahren gemeinsam bemüht seien, die Schule voranzubringen. Die neue Sporthalle, die im März 2013 fertig gebaut wurde, ist ein Beweis dessen. Über fünf Jahre war Krauschwitz dafür Fördermitteln hinterhergerannt, bis sich endlich 2011 über die Integrierte ländliche Entwicklung (Ile) in der östlichen Oberlausitz eine Chance bot. Die ließ man sich nicht entgehen. Über eine Million Euro schusterte das Land aus diesem Topf für den Bau der Einfeld-Sporthalle in Passivbauweise zu einschließlich Außensportanlagen. Als dafür ein Nachschlag gebraucht wurde, erhielt Krauschwitz auch diesen. Bürgermeister Mönch dankte dafür, ebenso dem Gemeinderat, der den Weg für das Vorhaben freimachte, und Jürgen Dürr, Baufachmann in der Gemeindeverwaltung, sowie Hagen Neumann vom Planungsbüro Ussath.

Freude und Stolz empfinden die Schüler und Lehrer, wenn sie die schöne neue Anlage betrachten. Das betonte Frank Seidel, der stellvertretende Schulleiter. "Klein, aber fein und eine super Sache für Schüler und uns Kollegen."Seidel lobte ebenfalls die gute Zusammenarbeit mit den einheimischen Firmen. "Ich hoffe, wir sehen uns auch beim letzten Bauabschnitt wieder", hielt Seidel den Finger in eine offene Wunde – die ausstehende Sanierung des Hauptgebäudes. Vor neun Jahren wurde mit der Sanierung der Oberschule begonnen. Ein Anbau entstand. Der Zahn der Zeit nagte am Altbestand weiter. Dann wurde die Sporthalle erneuert. Was fehlt, seien Haupthaus und Mittelgang. "Wenn wir das noch schaffen würden, wären wir super zufrieden", wandte sich Frank Seidel an Bürgermeister und Räte. Das wäre der letzte Bauabschnitt und das letzte Stück im Puzzle.
       Lausitzer Rundschau  


 Sport frei für Krauschwitz Sächsische Zeitung (Thomas Staudt) 19.06.2014-06:19   TOP 
Der neue Sportplatz an der Oberschule ist eingeweiht. Nun fehlt nur noch ein letzter Schritt zu Sanierung des gesamten Gebäudeensembles.


Mit einem Staffellauf und einem Fußballspiel eröffneten Schüler der Oberschule Krauschwitz gestern den neuen Sportplatz. Foto: as

Er habe früher ganz passable Weiten erzielt, erinnert sich Bürgermeister Rüdiger Mönch, tritt mit dem rechten Fuß auf den Absprungbalken, beugt sich leicht über die Weitsprunggrube und deutet mit rudernden Armen an, wie das wohl ausgesehen haben könnte. Eine kleine Episode am Rande der offiziellen Einweihungsfeierlichkeiten für den neuen Sportplatz der Geschwister-Scholl-Oberschule gestern in Krauschwitz. Kurze Zeit später, die Reden sind gerade verklungen, geht Rüdiger Mönch über die bloße Andeutung hinaus und dreht gemeinsam mit Gemeinderäten, den Planern, Vertretern der ausführenden Firma und des Landkreises Görlitz eine erste Ehrenrunde auf der neuen 200-Meter-Bahn. Noch etwas später rollt, passend zur Fußball-WM, das Leder. Doch da stoßen die Ehrengäste bereits auf das Vollbrachte an.

Und das kann sich wirklich sehen lassen. In einer Bauzeit von acht Monaten entstanden Laufstrecken für 60 und 100 Meter, die 200-Meter-Bahn, eine Weitsprung- und eine Kugelstoßanlage sowie ein zentrales Volleyballfeld, das so gebaut ist, dass auch Handballspiele möglich sind. Integriert in die Sportanlage ist das Fußball-Kleinfeld, das der Deutsche Fußballbund DFB bereits 2008 sponserte.

Nutzen sollen die Anlage neben den Schülern auch Vereine. Das geht allerdings nur in Absprache mit der Gemeinde. Die Anlage ist umzäunt und mit einer Schließanlage gesichert. Damit zieht die Verwaltung die Lehren aus der Vergangenheit. Der alte Sportplatz war immer wieder mit Scherben und Müll übersät. Für Vandalen gilt die Devise: Wir müssen draußen bleiben! „Eigentlich wollen wir niemanden aussperren. Der Platz soll ja genutzt werden. Aber wir müssen jetzt besser kontrollieren als früher“, sagt Rüdiger Mönch. Über den Schulsport hinaus ist die Nutzung der Anlage deshalb nur mit Chip möglich.

Insgesamt 230000 Euro investierte die Gemeinde in die Anlage. 76000 Euro sind Eigenmittel. Der größere Anteil kommt aus Fördermitteln der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE). Die Entscheidung des zuständigen Regionalmanagements, einen finanziellen Nachschlag zu genehmigen, nennt Rüdiger Mönch weitsichtig. Für die Schule ist der Sportplatz unbezahlbar. Nun könne der Lehrplan ganz anders aufgestellt werden als bisher, sagt Jürgen Dürr vom Bauamt. Denn bis dato mussten Schüler und Lehrer für den Sportunterricht im Freien bis ins Stadion marschieren. Das bedeutet fast eine halbe Stunde Fußweg. Für eine Strecke. „Ich weiß gar nicht, wie die Schule das bisher eingetaktet hat“, so Dürr.

Wie richtig er liegt, kann Frank Seidel nur bestätigen. „Ihr habt jetzt die besten Sport- und wir die besten Arbeitsbedingungen“, sagt der stellvertretende Schulleiter und Sportlehrer an die Schüler gewandt. Seidel hebt trotz des freudigen Anlasses mahnend den Zeigefinger. Die jüngsten Sanierungen haben die Schule sehr vorangebracht, sagt er. West- und Ostflügel des Ensembles aus den 50er Jahren und der neue Sportplatz im Süden können sich sehen lassen. Im Westen steht die für knapp 1,5 Millionen Euro sanierte Turnhalle. Integrativer Bestandteil des Projekts waren die jetzt eingeweihten Außensportanlagen. Einzige Lücke ist der Haupttrakt, und der liegt im Norden. Seine Erneuerung steht noch aus. Krauschwitz wird wohl weitere Fördermittelanträge schreiben müssen.
       Sächsische Zeitung  


  

Alle Rechte vorbehalten ©2005 Homepage-Productions NewsScript V2.01